Ich heiße Emilia Galotti und bin eine junge bürgerliche Frau des 18. Jahrhunderts.
Ich wuchs unter der strengen Erziehung meines Vaters Odoardo auf dem Lande, fern des Hofes, auf. Zu meinen Eltern habe ich eine gute Beziehung, etwas anderes käme mir gar nicht in den Sinn!
Doch, hm, oft habe ich das Gefühl, mich im Leben nicht zurecht zu finden, da meine Eltern oft Dinge für mich entscheiden, so wie die Vermählung mit dem Grafen Appiani, den ich nicht wirklich kenne. Geprägt bin ich eigentlich nur von meinem starken Glauben – aber sonst? Seitdem ich mit meiner Mutter Claudia in der Stadt wohne, darf ich manchmal auf eine große Feier – war das aufregend neulich, als der Prinz – der Prinz! – mich auf der letzten Vegghia, bei dem Kanzler Grimaldi, ansprach!
Ehre, Treue, Anstand, Moral und Ehrlichkeit sind für mich sehr wichtig. Diese Tugenden, die ich durch meine Eltern kennen gelernt habe, sind mir mehr wert als mein Leben! Deshalb entsetzen mich die schamlosen Annäherungsversuche des Prinzen sehr!
Aber – hm – irgendwie fällt es mir doch schwer, seinem Charme zu widerstehen. Diese Worte, diese Dinge, die er neulich zu mir in der Kirche sagte, die schmeicheln mir schon sehr – obwohl ich dies vielleicht nicht zugeben mag.
Sollte ich Appiani von den Nachstellungen des Prinzen erzählen? Ich frage meine Mutter, die wird schon wissen.
Von außen wirke ich oft wie ein kleines, furchtsames, schüchternes und unschuldiges Mädchen, doch innerlich sehne ich mich nach Leidenschaft, Liebe und Freiheit. Dafür steht meine rote Rose im Haar, die meine inneren Gefühle symbolisieren soll. Doch leider darf ich diese Gefühle nicht zeigen und nur der Prinz schafft es meine äußere Fassade ein wenig zu zerbrechen.
(Text: Andrea und Sarah)
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