„Gott, ich fürchte mich. Ich habe Zweifel, Ängste und Sorgen…“


An der 14. Station der Fastenzeit wollen wir uns mit Jesus Grablegung und dem Vorfinden des leeren Grabs beschäftigen.

Ein reicher Mann und Jünger ging nach der Kreuzigung zu Pilatus und nahm den Leib Jesu an sich. Er wickelte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein in Stein gehauenes Grab. Dann rollte er einen Stein davor. Nur noch Maria und Maria Magdalena blieben am Grab. Am nächsten Tag erinnerten sich die Hohepriester und Pharisäer, die Jesus angeklagt hatten, an seine Worte, dass er nach drei Tagen auferstehen würde. Deshalb ließen sie Jesus Grab für drei Tage bewachen. Am ersten Tag der Woche kamen wieder beide Frauen ans Grab, wo mit einem großen Erdbeben ein Engel den Stein weggewälzt hatte und sich daraufsetzte. Auf die Furcht der Umstehenden hin antwortete er, sie müssten sich nicht fürchten. Jesus sei auferstanden, wie es angekündigt war und ging nach Galiläa. Die Frauen sollten ihm folgen und den Jüngern die frohe Botschaft verkünden. Und als sie Jesus begegneten sagte auch er, sie sollen sich nicht fürchten, sondern die frohe Botschaft verkünden.

Gerade in diesen Pandemie-bedingten Zeiten und einem Osterfest ohne Gottesdienste und Kontakt zu Familien und Freunden, haben viele Menschen Zweifel, Sorgen und Ängste gebildet. So wie die Marien und die Jünger bei dem Tod Jesu. Andere Menschen entwickeln negative Seiten aus und leben keine Nächstenliebe, so wie die Verräter Jesu. Es entstehen Fake-News, und die Welt spaltet sich. Viele Menschen suchen nach etwas, das ihnen Halt gibt und dem sie folgen können, sowie die Marien und Jünger Jesu gefolgt sind, um die ersehnte Botschaft zu verkünden. Diese ersehnte Botschaft ist heute bei vielen Menschen unterschiedlich, im Kern wünscht sich aber jeder das Ende der Pandemie herbei. Doch der Engel sagte „Fürchtet euch nicht“. Jesus sagte „Fürchtet euch nicht“. Jeder Mensch muss in diesen Zeiten der Einsamkeit die Hoffnung und den Mut für sich selbst finden. Und ein Anfang dafür liefert unser formulierter Impuls:

Sucht euch einen Stein eurer Wahl aus der Natur. Das kann in einem Park, in einem Wald oder in der Stadt am Wegesrand sein. Auf diesen Stein schreibt ihr mit einem Filzstift eure Ängste und Sorgen, etwas, dass euch in dieser Zeit innerlich verzehrt. Und diesen Stein werft ihr, natürlich ohne dass jemand verletzt wird, ganz weit weg oder vergrabt ihn. So wie der Stein vor dem Grab Jesu von einem von Gott gesandten Engel weggerollt wurde, so trennt ihr euch von dem was euch plagt. Denn es werden bessere Zeiten anbrechen.