Younis Masih und Jameel Masih

Kaum drei Wochen nach dem Mord an Minister Bhatti wurden am 22. März 2011 wieder zwei Christen erschossen. Sie hatten in Hyderabad mit den Gemeindemitgliedern das 30-jährige Bestehen ihrer Kirche gefeiert, als muslimische Jugendliche erschienen und mehrere Christinnen belästigten. Nach einem Wortgefecht verliessen die Jugendlichen den Ort, kamen aber kurz darauf mit Handfeuerwaffen zurück.
Sie erschossen den vierfachen 47-jährigen Vater Younis Masih und den 22-jährigen Jameel Masih, der erst vor einem Monat geheiratet hatte. Siddique und Waseem, zwei weitere Christen, liegen mit Schussverletzungen im Krankenhaus von Karachi. (Quelle: CSI)

Imran Masih totgeschlagen

Der 24-jährige Imran Masih aus dem Dorf Nut Kallan war zwei Jahre lang als Fahrer von Mohammad Masood tätig, einem reichen Landbesitzer im Bezirk Gujranwala im Punjab. Am 5. Februar kam Imran aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Arbeit. Als er am nächsten Tag eintraf, wurde er geschlagen und zu Tode gefoltert. Masood und seine Komplizen übergaben Imrams Leiche danach seinem Vater Lal Masih, der ebenfalls bei ihm beschäftigt ist. Sie behaupteten, der junge Mann hätte Selbstmord begangen. Als der Vater aber die zahlreichen Wunden auf dem Körper seines Sohnes sah, ging er zur Polizei und meldete den Mord. Unter dem Druck des einflussreichen Masood versuchte die Polizei, Lal Masih abzuweisen. Erst nach einer Intervention durch Aktivisten der Allianz pakistanischer Minderheiten (APMA), die in Gujranwala öffentlich protestierten, indem sie Straßen blockierten und die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich lenkten, nahm die Polizei den Fall sowie die Anschuldigungen gegen Mohammad Masood und seine beiden Komplizen in ihre Agenden auf . Imran wurde am 8. Februar in seinem Dorf von seinen untröstlichen Glaubensbrüdern beerdigt. Die Beobachter vor Ort drückten ihr Erstaunen über das völlige Stillschweigen der Regierung zu diesem Mord aus. (Quelle: CSI)

Waqas Gill

Vier pakistanische Polizisten in Akhter Colony, Karachi, haben am 9. Januar 2011 Berichten zufolge den 18-jährigen Christen ohne Haftbefehl entführt, vergewaltigt, gefoltert und erschossen. Waqas Gills Leichnam wurde am 11. Januar in einem Kanal gefunden. Nachdem sich die Polizei ursprünglich geweigert hatte, ordentliche Untersuchungen einzuleiten, ergab nun die Obduktion, dass er vergewaltigt, gefoltert und mit Kugeln aus einem Polizeirevolver erschossen wurde. Die Polizei in Karachi steht trotz der Beweislage auf Seiten der mutmaßlichen Täter und droht den Christen mit dem Tod oder Falschanzeigen. (Quelle: CSI)

Familie Jamshed Masih ermordet

Am 21. Juni 2010 brachte ein Muslim-Mob unter Führung des religiösen Führers Maulana Mahfooz Khan die Familie des Polizisten Jamshed Masih um, der aus dem 50 km entfernten Gujrat nach Jhelum, südlich von Islamabad, versetzt worden war. Kurz zuvor hatte Khan Jamshed Masih vorgeladen und aufgefordert, aus der Gegend zu verschwinden. Khan zog mit dem Mob vor das Haus und beschuldigte den 11-jährigen Sohn Masih’s, den Propheten beleidigt zu haben. Als die Familie die Anschuldigungen zurückwies, töteten sie die Frau und die vier Kinder. Der Polizeistationsleiter Ramzan Mumtaz lehnte die Aufnahme einer Anzeige ab mit der Begründung, dass er ein armer Mann sei und Khan einflussreich. (Quelle: IGFM)

Pastor Rashid Emmanuel und sein Bruder Sajid

Im Juli 2010 wurden die beiden Christen Rashid Emmanuel und Sajid Masih Emmanuel von radikalen Islamisten vor einem Gerichtsgebäude in Faisalabad erschossen. Der Staatsanwalt war mit seiner Anklage, die beiden hätten anti-islamische Sätze auf ein Stück Papier gekritzelt, nicht durchgedrungen. Doch die Imame akzeptierten den Freispruch nicht und hetzten über Lautsprecher gegen die angeblichen “Gotteslästerer”. Schnell sammelte sich eine zornige Volksmenge vor dem Gericht. Als Rashid und Sajid in Begleitung eines Polizeibeamten auf den Stufen vor dem Gebäude erschienen, eröffneten mehrere maskierte Personen das Feuer. Der Polizist wurde verletzt, die beiden Christen waren tot. (Quelle: CSI)